Ginsterburg




Arno Frank beschreibt mit seinem neuesten Roman die dunklen Jahre von 1935 bis 1945. Dabei wählt er eine fiktive Kleinstadt mitten in Deutschland, wie es viele hätte geben können. Er schildert die tiefgreifenden Veränderungen, die das Dorf und seine Bewohner*innen in Fünfjahresschtitten durchlaufen (1935, 1940 und 1945). Wird der Nationalsozialismus anfangs von einigen noch belächelt und als Unsinn abgetan, so sind dieselben Personen Jahre später überzeugte Nazis durch und durch. Ginsterburg zeigt eindrücklich, wie sich die Gesellschaft im Nationalsozialismus verändert hat und wie die vernichtende Ideologie breite Zustimmung fand. Deutlich wird dabei auch: Es war eben nicht nur Hitler und Millionen Ahnungsloser – das Gegenteil ist der Fall. Ein eindrucksvoller Roman, der in schönem literarischem Stil geschrieben ist.

Arno Frank – Ginsterburg

Klett-Cotta 2025, 978-3-608-96648-0